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Stefan Zsaitsits

Biographie

1981 Geboren in Hainburg an der Donau
2001 bis 2006 Universität für angewandte Kunst, Wien
2003 Stipendium der Universität für angewandte Kunst, Wien
2005 Stipendium der Fred Adlmüller Stiftung
2006 Stipendium der Sophie Fohn Stiftung
2012 und 2013, Viennafair, Internationale Kunstmesse, Wien
2013 und 2014, Art Austria, Kunstmesse Wien, Art Austria Award 2014
2014 Werkankauf Albertina, Wien, ART AUSTRIA Award
2016 Werkankauf LENTOS, Kunstmuseum Linz


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Stefan Zsaitsits, geboren 1981 in Hainburg an der Donau, zeichnet seit seiner Kindheit. Vor allem mit Etüden über das Selbstporträt und den Mensch entwickelt er sein Handwerk. Von 2001 – 2006 studiert er an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Vom Studium bei Adolf Frohner profitiert er sehr. Er schätzt den regen gedanklichen Austausch. Wo ist es zu lieblich, wo wird es zu schwer. In diesen Jahren dreht sich alles um die Malerei. Die frühen Werke sind voll von Symbolik, expressiv, farbig. Bis 2009 erfolgt eine sukzessive Reduktion welche sich schließlich auch in der Reduzierung der technischen Mittel wiederfindet. Also wendet er sich der Zeichnung zu. Erste Ergebnisse geben ihm Zuversicht und sein Ziel ist nun dieses Medium so weit wie möglich auszureizen. Neben den Kopfdarstellungen von Kindern, wendet sich Stefan Zsaitsits Darstellungen von Häusern, Tieren in Verschränkung mit Menschen und weiteren Sujets zu. Die emotional stark aufgeladene Ebene nährt sich aus seiner Introspektion bzw. Auseinandersetzung mit dieser. Zwischendurch gibt es immer wieder einen Vorstoß in die Ölmalerei. Vorerst will der Sprung zurück, vom Strich in die Fläche, aber nicht sein. Die Unmittelbarkeit des Bleistiftes, aber auch das Überschreiten seiner herkömmlichen Möglichkeiten reizt ihn weiter und weiter. Konzentriert, fernab der Hektik und Moden ringt er seinen Arbeiten Substanz und Tiefe ab, die stets spürbar sind und seinen großen Erfolg begründen. An die 500 Zeichnungen sind so entstanden. Bedeutende private und öffentliche Sammlungen, darunter das Lentos, die Albertina oder das Ferdinandeum besitzen heute Werke des Künstlers.

Gerald Trapp, Katalog Stefan Zsaitsits. Nachtfahrten, Sommer 2018



Zum Werk

"[…] Zeichnungen, die kein friktionsfreies Verhältnis zum eigenen und fremden Menschenbild erahnen lassen: Es sind Köpfe, welche aus der Introspektion entstehen, ohne Modell auskommen, bisweilen auch ohne anatomisch vollständig ausgeformtes Antlitz, Gesichter, die in männlicher oder weiblicher Ausformung immer auch selbstreferentiell funktionieren. "
aus Art Austria Magazin / Maria Christine Holter


Dr. Nikolaus Schaffer

Zur Ausstellung Plumbum


Jeder Künstler, der sich heute für die Zeichnung entscheidet, ist von vornherein ein Heiliger, denn diese Disziplin ist vom Kunstmarkt in die äußerste Ecke gedrängt worden, anscheinend nur mehr für eine Minderheit der Minderheit von Belang. Stefan Zsaitsits, der einer dieser seltenen Antagonisten der Kunstszene ist, hat seine Einfallsgabe auf Köpfe fixiert, sie sind bei ihm Brutstätte von Ungeheuerlichkeiten und gleichzeitig ein zeichnerisches Pulverfass. Der Psychohorror wächst und gedeiht unter seiner Behandlung prächtig.

Zsaitsits wandelt auf den Spuren von Roland Topor und Zygmunt Januszewski, die das Cartoon als hohe Zeichenkunst betrieben. Surreale Elemente vermischen sich mit Symptomen des ganz normalen Wahnsinns, Aberwitziges mit Mitleiderweckendem. Zsaitsits spürt im Harmlosen das Monströse und im Monströsen das Harmlose auf. Der Strich wirkt wie tausend spitze Pfeile, er bricht immer wieder aus, geriert sich heftig, bedrängt, drangsaliert, verstrickt und überwuchert.

In der jüngsten Serie „Plumbum“ dienen ihm gegenüber seinen „Kopfgesängen“ vermehrt mondgesichtige kleine Buben und Mädchen mit Glubschaugen als Zielscheibe, auch sie bereits Opfer von Neurosen und bedenklichen Gemütsverfassungen. „Kindchenschema“ und grimmige Groteske gehen eine verhängnisvolle Verbindung ein. Man denkt an Autoren wie Maurice Sendak und Edward Gorey, die hinter der Maske kindlicher Artigkeit schwarzen Humor versprühen, den Zsaitsits noch um einige grausame Grade verschärft.

Jetzt überwiegt zeichnerisch das sanft, fast zärtlich Gestrichelte und lässt die Garstigkeiten umso krasser erscheinen. Der Künstler treibt mit dem Betrachter ein grausames Spiel, denn er führt ihn in Bereiche, die jenseits der konventionellen Schmerzgrenze liegen.


Ausstellungen / Werke

Plumbum
Zwischen Luv und Lee
Nachtfahrten