Galerie Trapp

Martina Mühlfellner

Biographie

1977 geboren in Salzburg. Lebt und arbeitet in Salzburg, Österreich.
1996 bis 1999, Studium der Architektur an der TU Wien
2000 bis 2004, Studium für zeitgenössische Schmuckgestaltung an der Alchimia in Florenz
2006 bis 2008, MAS am Institut für Kunst und Kulturmanagement (IKM) Wien
ab 2004 bis dato, zahlreiche Ausstellungen; unter anderem in New York, San Francisco, Florenz, Paris, Budapest und Wien


Zum Werk

Text: Anita Thanhofer

Als bildende Künstlerin stellt sie eine Verbindung zwischen Objekt und Zeichnung her. Ihre Zeichnungen sind so wunderbar schön und fein und mit so viel Akribie ausgeführt, sodass sofort der Wunsch entsteht sie anzuziehen, reinzuschlüpfen, zu zählen oder sie sich überzustülpen. Martina Mühlfellner bevorzugt das Medium der Zeichnung, weil es leise ist und weil es ihr viel Freiheit ermöglicht sich auszudrücken. Der Bildinhalt, das Objekt muss nicht zwinglich aus einem realen Kontext kommen. „Ich habe irgendwann für mich bemerkt, dass man gewisse Muster, wie z.B. Verhaltensmuster oder Vorgangsmuster in vielen Dimension wiederfinden kann. Ob zwischenmenschlich, politisch oder wirtschaftlich. In meinen Zeichnungen geht es um von mir vorgegebene Räume, die zum Teil ausgefüllt werden. Es sind Versuche von (An)Ordnungen und/oder Darstellungen von (Auf-)Teilungen, die auch mit „Trennung“ verbunden sind.“

Martina Mühlfellner möchte in ihren künstlerischen Arbeiten dem nicht Offensichtlichen Achtung geben und darin die Qualitäten erlebbar machen. Im der akribischen und konzentrierten Arbeitsprozess ist es ihr wichtig nahe bei ihr selbst zu bleiben und Überflüssiges weg zu lassen. Die Sachen für das Stehen lassen was sie sind. Ein von ihr sehr geschätzter Schmuckkünstler Manfred Bischoff, der in Florenz ihr Professor gewesen ist, hat sie in diesem Erleben bestätigt, wenn er den Satz „that’s too much wanted“ eingebracht hat, um seine SchülerInnen zu bestärken am Punkt zu bleiben und nichts mit unnötiger Bedeutung aufzuladen.

So passt die Begegnung der Mathematik auch perfekt in ihr künstlerisches Konzept. In ihrer Werkserie der „Primzahlenketten“ spielt sie mit der Unendlichkeit, die jedoch fest und pragmatisch in das mathematische Konstrukt der Primzahlen eingebunden sind. Die großen Perlen stellen die Primzahlen dar, die von 2 beginnend in 50er Einheiten eine Kette bilden. Zahlen, vor allem die Primzahlen, die eine einfache Teilung nicht erlauben und Teilmengen spielen in Martina Mühlfellners Arbeiten eine wesentliche Rolle. So ist die Zahl 2 immer eine Form Gegenüberstellung und die Zahl 1 steht für das Absolute und ab der Zahl 3 ist es eine Gruppe und die Zahl 4 ist sowohl eine Gegenüberstellung als auch Gruppe und Harmonisch.

Eine Frage die die Künstlerin immer begleitet ist, „Was“ oder „Wer“ „Wieviel“ beansprucht. In ihrem Fall spielt sich diese Fragestellung auf einem Blatt Papier ab. Die Einschränkungen durch Schablonen, Konstruktion und Farbe geben „Gleichzeitigkeit“ mehr Raum und Konzentration. In ihrer jüngsten Werkserie setzt Martina Mühlfellner die Farben Jadegrün und Gold ein, die nicht wirklich bewusst, aber doch nicht gänzlich zufällig mit ihrer zweiten künstlerischen Wirklichkeit des Schmuckdesigns eine Verbindung aufweisen. Als Schmuckkünstlerin und Schmuckdesignerin entstehen eigene Kreationen und Kollektionen unter ihrem Label Martina Mühlfellner.


Ausstellung / Werke

circus so on . . .