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Christian Ecker

Biographie

1961 Geboren in Salzburg
1976 Lehre als Lithograf
seit 1990 Freischaffender Künstler

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellung sowie Förderateliers im Ausland


Zum Werk

Christian Ecker geboren 1961 in Salzburg, lebt und arbeitet in Salzburg. Von freier gestisch bestimmter Malerei findet der Künstler in den neunziger Jahren zu stringenten, geradezu radikalen Gestaltungsprinzipien in Bild und Objekt. In den „Wicklungen“ mit verschiedenen Materialien spielt das Moment der verfremdenden Verhüllung ebenso eine Rolle wie der Reiz der möglichen Entblößung eines noch unbekannten Gegenstandes. Fand das exotikversessene 18.Jahrhundert Vergnügen an der Aufrollung von Mumien, so kehrt die Lust an der spielerischen Lüftung eines Geheimnisses gelegentlich in der Moderne wieder. Eckers zwischen Strenge und Unbekümmertheit schwebende Bildobjekte sowie die aus der Banalität ins Rätselvolle „geschnürten“ Skulpturen markieren ironisch die Schnittstelle zwischen Mythos und Dingrealität. In ähnlicher Weise Doppelgesichtig sind die in einem überaus glatten Realismus gemalten Büsten und Köpfe mit fantastisch „gewickelten“ Bedeckungen und Bekrönungen. Der Verzicht auf jede psychologische Öffnung und die formale und wie farblicher Stilisierung rücken diese Bildnisse in die Nähe antiker Kultbilder. Zugleich entsprechen diese Gesichter ultramodernen, anonymisierten Schönheitsvorstellungen.

Dr. Anton Gugg aus dem Lexikon “Kunstschauplatz Salzburg“


Christian Ecker. Fotoarbeit Kopf mit Wicklung
Im Oeuvre des Salzburger Künstlers Christian Ecker findet man zwei Prämissen: die menschliche Figur und konzeptuelle Materialobjekte. Diese tauchen in unterschiedlichen Werkphasen immer wieder auf, ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen. Insbesondere seine abstrakten Objekte, er nennt sie Wicklungen, waren in den letzten Jahren nicht nur als Wandobjekte präsent, sondern auch im Rahmen von Arbeiten im öffentlichen Raum. Seit der Realisierung eines Projektes in Hellbrunn im Jahr 2004, in welchem er die im Park des Schlosses Hellbrunn befindlichen Obelisken, Einhörner und Götterstatuen mit Stoffen umwickelt hatte, verschränkt er beide Themenbereiche. Obschon nicht ursprünglich intendiert, erinnern sie an sich zu Knäuel und Bällen formende Fäden, Leinen, Schnüre oder Schläuche. Es ist die ornamenthafte Verschränkung der Linien, die Christian Ecker schon seit Mitte der 1990er Jahre an Garn-, Seil- oder Drahtspulen fasziniert hat. Christian Eckers arbeiten spielen nicht nur mit Materialien und Effektmöglichkeiten, sondern sind auch Springer zwischen signifiant und signifié, Gratwanderer zwischen Figuration und Abstraktion.

Mag. Tina Teufel


Auf ganz andere Art spürt Christian Ecker den phänomenologischen Rätseln von Farbe und Material nach. Was ist echter Farbkörper, was ist gefärbt. Was ist noch Bild, das bereits Objekt. Was ist enigmatische Erscheinung an der Wand, im Raum. Was gibt sich als gemacht, als Produkt bestimmter Handgriffe, bestimmter Verfahrensweisen zu erkennen, was ist minimalistisches Formwunder, was durchschaubare Konstruktion. Diese Fragen stellen die Linien, die Dingumwicklungen eines Malers und Objektkünstlers, der inzwischen in der Monochromie, im schlichten Gegenstand genug Spannungen vorfindet und ein einfach-raffiniertes, raffiniert-einfaches Spiel von Stofflichkeiten, Überschneidungen und Durchbrechungen, rhythmischer Ordnungen entfaltet. Christian Ecker ist Minimalist, Genügsamkeits-Artist, was jedoch nicht besagen soll, dass seine Gebilde ärmer wären als die der anderen. Sie sind nur anders - auf ihre karge, überlegte, rationale Weise aufregend.

Dr. Anton Gugg