Galerie Trapp

Stefan Zsaitsits

Plumbum

Vernissage: 30.03.2014, 19:00 Uhr

20.03. - 30.04.2014



>> mehr zum Künstler Stefan Zsaitsits

Zur Ausstellung


"Die Köpfe von Stefan Zsaitsits wären einfach herrlich skurril, wenn sie nicht zudem noch unter die Haut gehen und trotz ihrer Absurdität menschlich berühren würden. Sie sind Schauplatz von Ungeheuerlichkeiten und gleichzeitig ein zeichnerisches Pulverfass. Zsaitsits wandelt auf den Spuren eines Roland Topor oder Januszewski, die den Cartoon als hohe Zeichenkunst betrieben haben."

Dr. Nikolaus Schaffer

Auswahl der gezeigten Werke:

Stefan Zsaitsits, Schlange, Bleistift auf Papier, 70 x 50 cm
Stefan Zsaitsits
Schlange

Stefan Zsaitsits, Schlange, Bleistift auf Papier, 70 x 50 cm
Stefan Zsaitsits
Pelzchen

Stefan Zsaitsits, Weisse Flecken, Bleistift auf Papier, 70 x 50 cm
Stefan Zsaitsits
Weisse Flecken

Stefan Zsaitsits, Seemann, Bleistift auf Papier, 70 x 50 cm
Stefan Zsaitsits
Seemann

Stefan Zsaitsits, Clown, Bleistift auf Papier, 70 x 50 cm
Stefan Zsaitsits
Clown

Stefan Zsaitsits, Räuber, Bleistift auf Papier, 70 x 50 cm
Stefan Zsaitsits
Räuber


Jeder Künstler, der sich heute für die Zeichnung entscheidet, ist von vornherein ein Heiliger, denn diese Disziplin ist vom Kunstmarkt in die äußerste Ecke gedrängt worden, anscheinend nur mehr für eine Minderheit der Minderheit von Belang. Stefan Zsaitsits, der einer dieser seltenen Antagonisten der Kunstszene ist, hat seine Einfallsgabe auf Köpfe fixiert, sie sind bei ihm Brutstätte von Ungeheuerlichkeiten und gleichzeitig ein zeichnerisches Pulverfass. Der Psychohorror wächst und gedeiht unter seiner Behandlung prächtig.

Zsaitsits wandelt auf den Spuren von Roland Topor und Zygmunt Januszewski, die das Cartoon als hohe Zeichenkunst betrieben. Surreale Elemente vermischen sich mit Symptomen des ganz normalen Wahnsinns, Aberwitziges mit Mitleiderweckendem. Zsaitsits spürt im Harmlosen das Monströse und im Monströsen das Harmlose auf. Der Strich wirkt wie tausend spitze Pfeile, er bricht immer wieder aus, geriert sich heftig, bedrängt, drangsaliert, verstrickt und überwuchert.

In der jüngsten Serie „Plumbum“ dienen ihm gegenüber seinen „Kopfgesängen“ vermehrt mondgesichtige kleine Buben und Mädchen mit Glubschaugen als Zielscheibe, auch sie bereits Opfer von Neurosen und bedenklichen Gemütsverfassungen. „Kindchenschema“ und grimmige Groteske gehen eine verhängnisvolle Verbindung ein. Man denkt an Autoren wie Maurice Sendak und Edward Gorey, die hinter der Maske kindlicher Artigkeit schwarzen Humor versprühen, den Zsaitsits noch um einige grausame Grade verschärft.

Jetzt überwiegt zeichnerisch das sanft, fast zärtlich Gestrichelte und lässt die Garstigkeiten umso krasser erscheinen. Der Künstler treibt mit dem Betrachter ein grausames Spiel, denn er führt ihn in Bereiche, die jenseits der konventionellen Schmerzgrenze liegen.

Dr. Nikolaus Schaffer