Galerie Trapp

Enrique Fuentes und Günter Brus

Der Tod ist ein Hysteriker

Vernissage: 18.09.2014, 19:00 Uhr

18.09. - 31.10.2014



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Im Herbst 2013 wurde in der ehemaligen Anker Brotfabrik in Wien die Gemeinschaftsausstellung „Todesreigen mit Catrina“ von Günter Brus und Enrique Fuentes gezeigt. Gedanklicher Ausgangspunkt dieser Ausstellung ist der „Dia de los Muertos“, eine mexikanische Tradition des Totengedenken. Dabei wird der Tod nicht tabuisiert, sondern im Gegenteil in einem fröhlich-bunten Fest gefeiert. Auf großformatigen Leinwänden (bis zu 3 mal 6 Meter) hat der mexikanische Künstler Enrique Fuentes die Gesichter des Todes mit nonchalant-wildem Duktus „herausgearbeitet und im Gesicht der Catrina zur Darstellung gebracht, die von hoffnungsfroher Zuversicht über namenlose Erschütterung hin zu abgrundtiefer Verzweiflung reichen.“ Der Aktionskünstler, Zeichner und Schriftsteller Günter Brus hat für diese Ausstellung die Bildunterschriften in seiner unvergleichlich pointierten Art getextet. Projektidee und Projektrealisierung der ergreifenden Schau gehen auf Anna Brus zurück.

Die Galerie Trapp freut sich nun, eine bemerkenswerte und sehr wertvolle Serie zu präsentieren, die Günter Brus und Enrique Fuentes bereits im Jahr 2011, ähnlich den Bilddichtungen, zum Thema des Todes erarbeitet haben.

Auswahl der gezeigten Werke:

Günter Brus, Enrique Fuentes, Catrina die Grosse, Mischtechnik auf Japanpapier, 50 x 75 cm
Enrique Fuentes, Günter Brus
Catrina

Günter Brus, Enrique Fuentes, Catrina die Grosse, Mischtechnik auf Japanpapier, 50 x 75 cm
Enrique Fuentes, Günter Brus
Catrina

Günter Brus, Enrique Fuentes, Catrina die Grosse, Mischtechnik auf Japanpapier, 50 x 75 cm
Enrique Fuentes, Günter Brus
Catrina

Günter Brus, Enrique Fuentes, Catrina die Grosse, Mischtechnik auf Japanpapier, 50 x 75 cm
Enrique Fuentes, Günter Brus
Catrina

Günter Brus, Enrique Fuentes, Catrina die Grosse, Mischtechnik auf Japanpapier, 50 x 75 cm
Enrique Fuentes, Günter Brus
Catrina

Günter Brus, Enrique Fuentes, Catrina die Grosse, Mischtechnik auf Japanpapier, 50 x 75 cm
Enrique Fuentes, Günter Brus
Catrina


Roman Grabner, Universalmuseum Graz, anlässlich der Ausstellung "Todesreigen mit Catrina" in Wien, Herbst 2013:

"In Mexiko wird der Tod nicht tabuisiert, sondern als selbstverständlicher Teil des Lebens betrachtet und am Día de los Muertos (Tag der Toten) in einem rauschenden Fest gefeiert. Der mexikanische Grafiker José Guadalupe Posada (†1913) hat dem Tod mit seiner Radierung „La Calavera Catrina“, einem weiblichen Skelett mit einem weit ausragenden Chapeau, das prägende Bild gegeben. In großformatigen Zeichnungen auf ungrundierter, roher Leinwand greift Fuentes immer wieder auf diese Darstellung zurück und ringt ihr doch jedes Mal neue Facetten des Todes ab.

Elisabeth Kübler-Ross konstatierte in ihrem Buch „Interviews mit Sterbenden“ fünf Phasen des Sterbens: die Verleugnung, den Zorn, das Verhandeln, die Depression und die Akzeptanz. Fuentes hat in einer zutiefst persönlichen Annäherung noch viel mehr Nuancen auf großformatigen Bildern herausgearbeitet und im Gesicht der Catrina zur Darstellung gebracht, die von hoffnungsfroher Zuversicht über namenlose Erschütterung hin zu abgrundtiefer Verzweiflung reichen. „Der Gedanke des Todes ist unannehmbar“, wie der französische Philosoph Clément Rosset geschrieben hat, und undarstellbar, hätte man vor der Begegnung mit Fuentes‘ Arbeiten wahrscheinlich hinzugefügt."